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Watt will man mee(h)r

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Eine Ruderreise zwischen Flussromantik und Nordseegischt vom 2. bis 11. August 2025

Eine bunt gemischte Gemeinschaft aus erfahrenen und jungen Ruderbegeisterten des Rudersport-Clubs Rosenheim, des Rudersportclubs Kufstein und des Postsportvereins Mühldorf, begleitet von der Hündin Bella, machte sich am 2. August auf den Weg gen Norden. Ziel war eine zehntägige Wanderfahrt auf Weser, Leine, Aller und im Wattenmeer – eine Reise, die sportliche Herausforderung und landschaftliche Schönheit in idealer Weise vereinen sollte.

Tag 1 – Samstag: Anreise & erste Ausfahrt in Hannoversch Münden

Früh am Morgen begann die Reise nach Hannoversch Münden, jenen malerischen Ort, wo Werra und Fulda „sich küssen“ und zur Weser vereinen. Nach dem Bezug von Jugendherberge und Campingplatz stand bereits die erste Ausfahrt auf Weser, Fulda und Werra an. Die Strecke führte stromaufwärts bis in die historische Altstadt, die am Abend bei einem gemeinsamen Spaziergang und einem Besuch in der Pizzeria erkundet wurde.

Tag 2 – Sonntag: Hannoversch Münden – Gieselwerder

Die erste Etappe führte stromabwärts nach Bursfelde zur „Klostermühle“ mit ihrer herrlichen Terrasse. Nach einer ausgedehnten Mittagspause wurde die über tausend Jahre alte Klosterkirche besichtigt, bevor es weiter zum Campingplatz in Gieselwerder ging. Bella erwies sich dabei als seefest; alle Boote – der gesteuerte Fünfer, der Dreier sowie der ungesteuerte Dreier – waren voll besetzt.
Ein besonderer Dank gilt Mirco und Bene, die während der gesamten Fahrt zusätzlich zum Rudern die anspruchsvolle Logistik mit Trailern und Fahrzeugen meisterten – eine herausragende Leistung.

Tag 3 – Montag: Beverungen – Höxter

Von Beverungen aus ging es zum Ruderverein Höxter. Dort wurde das UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey besichtigt, während andere die Altstadt erkundeten. Am Abend verwöhnte Christa die Gruppe mit einem köstlichen Dinner. Übernachtet wurde teils im Garten hinter dem Bootshaus, teils in den Räumen „Steuerbord“ und „Backbord“. Die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Höxter Ruderer hinterließ bleibenden Eindruck.

Tag 4 – Dienstag: 67 Kilometer bis Hameln

Ein sportlich anspruchsvoller Tag: Die ersten 25 Kilometer bis Polle verliefen bei angenehmer Strömung nahezu mühelos, doch dann frischte der Wind auf und erschwerte die Weiterfahrt erheblich. In Hameln angekommen, mussten die Boote abgeriggert und für den nächsten Tag vorbereitet werden, da ein Umsetzen auf die Leine bevorstand. Der Abend klang auf dem Campingplatz des Kanuclubs Hameln bei Pizza und geselligem Beisammensein aus.

Tag 5 – Mittwoch: Schwarmstedt – Frankenfeld (Leine/Aller)

Die Einsetzstelle an der Leine stellte sich als Herausforderung heraus: Niedrigwasser, ein verlandeter Hafen, ein maroder Steg und morastiger Zugang verlangten Improvisation. Dank einer Erkundungsfahrt im Zweier und einer beherzten Schleppaktion des Fünfers „Töging“ gelang der Start schließlich doch. Die Fahrt durch die Heidelandschaft – mit Blick auf badende Kühe – entschädigte reichlich. Bei Frankenfeld, inmitten der reizvollen Allerschleife, erwarteten uns das gemütliche Hotel Allerhof und der historische Campingplatz Rittergut – beides Orte, die in schöner Erinnerung bleiben werden.

Tag 6 – Donnerstag: Frankenfeld – Verden

Durch die idyllische Landschaft schlängelte sich die Aller, doch die Etappe erwies sich länger als gedacht: Aus den angekündigten 31 Kilometern wurden schließlich 37. Eine Badepause verschaffte Erholung, bevor der Wind erneut auffrischte. In Verden wurden die Boote verladen, die Zelte am Ruderverein aufgeschlagen und der Abend mit Stadtbummel und geselligem Ausklang beschlossen. Auch hier erwiesen sich die Gastgeber als überaus zuvorkommend. Vier Mitfahrer traten von Verden aus die Heimreise an.

Tag 7 – Freitag: Ruderpause & Bremerhaven

Nach Nordenham ging es per Auto, die Boote im Schlepptau. Ein geplanter Ruderschlag nach Bremerhaven musste tidebedingt entfallen, stattdessen erfolgte die Überfahrt auf dem Landweg. Dort bot ein Stadtbummel mit Fischbrötchen und Hafenblick eine willkommene Abwechslung. Zurück ging es mit der Fähre – ein erster Eindruck der breiten Weser und der großen Schiffe weckte Vorfreude wie Respekt vor den kommenden Tagen.

Tag 8 – Samstag: Regatta um die Strohauser Plate

Höhepunkt des Tages war die Teilnahme an der 27 Kilometer langen Regatta des Nordenhamer Rudervereins rund um die Strohauser Plate. Zunächst wurden feierlich zwei neue Coastal-Boote getauft, dann gingen 14 Mannschaften an den Start, darunter zwei Teams der Inn-Ruderer. Wind und Wellen forderten alle Beteiligten – und auch das Sitzfleisch. Doch die Mannschaft in der „Töging“ erkämpfte sich einen hervorragenden dritten Platz, hinter den Teams aus Osterholz-Scharmbeck und Hannover. Nach der Regatta stärkten sich alle am Kuchenbuffet und stießen auf den Erfolg an.

Tag 9 – Sonntag: Wattfahrt bei Sonnenaufgang

Ein unvergesslicher Höhepunkt: Kurz nach Sonnenaufgang führte die Fahrt gemeinsam mit den ortskundigen Nordenhamer Ruderern hinaus ins Watt. Vorbei an Bremerhaven und dem endlos langen Verladehafen ging es in die offene Nordsee. Nach etwa 20 Kilometern wurde in einem Priel gewendet, die Boote auf eine Sandbank gezogen und wie Hunde beim Gassigehen über die Insel geführt, bis die Flut sie wieder verschluckte. Mit der auflaufenden Tide kehrten wir zurück – ein Abenteuer, das allen in Erinnerung bleiben wird.
Nach insgesamt 281 geruderten Kilometern, einer erfolgreichen Regatta und dieser einzigartigen Wattfahrt endete die Tour mit einem festlichen Abschlussessen in Nordenham. Ein herzlicher Dank gilt Roland Schlesier für die ausgezeichnete Organisation und Streckenauswahl – diese Fahrt bleibt unvergesslich.

Tag 10 – Montag: Heimreise

Mit vielen Eindrücken, gemeinschaftlichen Erlebnissen und Geschichten im Gepäck traten die Teilnehmer die Heimreise an – erfüllt von einer Fahrt, die mit Fug und Recht als außergewöhnlich bezeichnet werden darf. – AnWa